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Die Lügder SPD

- Wissenswertes aus über 80 Jahren SPD in Lügde -

SPD-Kartoffelbraten 1919

Die Entstehung und Entwicklung des SPD-Ortsvereins Lügde

Durch den Neubau der kath. Pfarrkirche kamen 1895 auch auswärtige Arbeiter nach Lügde, die zum Teil sozialdemokratische Ansichten hatten. Einer von ihnen war der Bildhauer Gottfried Kaiser, der sich schließlich in Lügde niederließ und 1902 einen Verband „Deutscher Eisenbahner-Handwerker und Arbeiter gründete. Aus dem Zusammenschluss mehrerer Gewerkschaften am 25. August 1918, dem sog. „Kartell“, entwickelte sich innerhalb eines Jahres der SPD-Ortsverein Lügde. Der erste Vorsitzende wurde Gottfried Kaiser.
1919 veranstaltete der SPD-Ortsverein Lügde bereites eine große Gewerkschaftsversammlung in Lügde (und ein Kartoffelbraten, s.oben) und gründete 1920 einen eigenen Trommlerchor. 1934 kam es zu ersten Schwierigkeiten mit den neuen Machthabern, nachdem die SPD 1933 nicht mehr zur Wahl zugelassen war. Getarnt als „Skatrunde“ trafen sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Lügde aber bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939.

 

Ratsherrenvereidigung: von links- August Spilker, Franz Homann, Siegfried Knaack

1946 kandidierten bereits wieder Mitglieder des Ortsvereins für den Stadtrat und errangen bei der Wahl 1948 sogar zwei Sitze im Kreistag. 1952 wurde der 1. Vorsitzende des Ortsvereins August Spilker in den Kreistag gewählt. Er behielt seinen Sitz bis 1969 und gestaltete die Entwicklung Lügdes, auch als stellvertretender Bürgermeister, in erheblichem Maße mit.

1970 kam Lügde, das bis dahin zum Kreis Höxter gehört hatte, zum Kreis Detmold (heute Lippe). Das Stadtgebiet wurde durch die Bildung der Großgemeinde erweitert und der Lügder SPD-Ortsverein gründete mit den Ortsvereinen der neuen Ortsteile einen Stadtverband. 1976 entstand eine eigene „Juso-Gruppe“, die sogar ein Informationsblatt ("Lügder Bote") herausgab und teilweise „heiße“ politische Themen aufgriff.

Der SPD-Ortsverein stellt innerhalb der Stadt Lügde den größten Ortsverein dar, dem 2006 die Mitglieder des aufgelösten SPD-Ortsverein „Wörmeketal“ (Elbrinxen, Sabbenhausen, Wörderfeld und Falkenhagen) angegliedert wurden. Weitere Ortsvereine gibt es in Rischenau, in Niese und in Hummersen.

Autor: Manfred Willeke
www.archiv-willeke.de